Norbert-Christoph Schröckenfuchs

1949 Geboren in Sigmundsherberg (Waldviertel)
1969 – 1973 Ausbildung zum Grafik-Designer an der „Graphischen“ in Wien
1974 Diplom Meisterklasse Grafik-Design
1975 – 1980 Universität für angewandte Kunst, Meisterklasse Carl Unger (Malerei, Grafik, Glasmalerei)
1979 – 1980 Spezialstudium „Kunst am Bau“ bei Mario Decleva
1980 Mag. Artium
1983 – 1986 Leitung der Kreativkurse der TSA in Wien
1986 – 2012 Lehrtätigkeit an der „Graphischen“ in Wien, Unterrichtsfächer: Entwurf (Grafik-Design), Fotografik, Originaldruckgrafik, Kalligraphie, Darstellung und Komposition (Malen und Zeichnen im Aktsaal), Darstellende Geometrie
1996 Professor
2005 Oberstudienrat
2012 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Gedanken zu Leben und Kunst

Die Kunst – oder das, was wir heute unter Kunst zu verstehen glauben – hatte zu jeder Zeit mehrere Funktionen zu erfüllen, die sich je nach Epoche an Religion, Weltanschauung und Weltbild orientiert haben, beziehungsweise versuchten, gerade diese kritisch zu reflektieren und zu durchleuchten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In einer kapitalorientierten, vernetzten Mediengesellschaft erliegen wir nur zu leicht dem schönen Schein, an diesem Prozess technischer Weltvernetzung aktives und somit wichtiges Mitglied zu sein. Der Zerfall von Fiktion und Wirklichkeit wird zunehmend zum Problem vieler junger Menschen. Die Suche nach Einheit von Körper, Geist und Seele – wie man auch immer diese Begriffe definieren mag – so wie die Frage nach Funktion und der persönlichen Daseinsberechtigung, wird zunehmend zur Sinnfrage des Lebens. Es kann nicht Aufgabe der Kunst sein, für all diese Problemstellungen Lösungen finden zu wollen. Was aber Kunst dennoch bewirken kann ist – wenn auch nur in bescheidenen Bereichen – durch das Wiedererkennen von Erlebtem und Erträumten, sich verstanden zu wissen, nicht alleine gelassen zu sein in einer oft zu großen Welt. Mit Kopf und Seele eingebunden in einen Prozess des Fühlens und Verstehens, einen Schritt näher zu sein an der Einheit des Individuums mit dem Universum und der Schöpfung.